Pressespiegel
Zeit online vom 09.01.2009: Türkischer Karneval war RTL-Erfindung
Den "Ersten Türkischen Karnevalsverein" in Köln gibt es nicht. Der Fernsehsender RTL hat sich einen Scherz erlaubt
Die Pressekonferenz sei für die neue Comedysendung TV Helden inszeniert worden, sagte am Freitag ein Sprecher des Privatsenders in Köln und bestätigte damit einen Bericht des Kölner Express. "Wir wollten einfach mal zeigen, wie Köln auf so eine Idee reagiert. Das gewaltige Medienecho spricht dafür, dass so eine Ideegar nicht so abwegig wäre", sagte er.
Auch ZEIT ONLINE hatte über den Verein berichtet, sowie zahlreiche andere Medien. Die angeblichen Gründungsmitglieder hatten sich am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei waren Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit aufgekommen, doch hatten sie immer wieder versichert, das Ganze sei kein Witz.
Das Festkomitee des Kölner Karnevals, das die Vereinsgründung begrüßt hatte, nahm die Erfindung am Freitag gelassen: "Damit ist zumindest deutlich geworden, dass viele türkische Bürger sowieso schon im Karneval mitfeiern", sagte Vorstandsmitglied Sigrid Krebs. Dieses wichtige Thema sei dadurch endlich mal in die Medien gekommen.
"Das Einzige, was ich schade finde, ist, dass das auf dem Rücken der türkischen Bevölkerung ausgetragen wurde", kritisierte sie. Die bei der Pressekonferenz gemachten Witze hätten vor allem gängige Vorurteile über Türken bedient: "Damit wurden die Türken verhöhnt."
Die rechtsradikale Wählervereinigung Pro Köln hatte bereits vor einem "Alkoholverbot bis Ende Februar" und einem "Burka-Gebot für Karnevalistinnen" gewarnt.
Der RTL-Sprecher bezeichnete die Aktion als "im Rahmen von Satire absolut legitim". Es sei niemandem damit geschadet worden, und das Ganze sei augenzwinkernd gemeint.
Zum Thema
ZEIT ONLINE 3/2009: Jeck im Zeichen des Halbmonds
In Köln präsentiert sich der "Erste Türkische Karnevalsverein Deutschland" der Öffentlichkeit - und hält den Jecken einen Spiegel vor. Alles bloß Satire? [...]»
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Auch ZEIT ONLINE hatte über den Verein berichtet, sowie zahlreiche andere Medien. Die angeblichen Gründungsmitglieder hatten sich am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei waren Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit aufgekommen, doch hatten sie immer wieder versichert, das Ganze sei kein Witz.
Das Festkomitee des Kölner Karnevals, das die Vereinsgründung begrüßt hatte, nahm die Erfindung am Freitag gelassen: "Damit ist zumindest deutlich geworden, dass viele türkische Bürger sowieso schon im Karneval mitfeiern", sagte Vorstandsmitglied Sigrid Krebs. Dieses wichtige Thema sei dadurch endlich mal in die Medien gekommen.
"Das Einzige, was ich schade finde, ist, dass das auf dem Rücken der türkischen Bevölkerung ausgetragen wurde", kritisierte sie. Die bei der Pressekonferenz gemachten Witze hätten vor allem gängige Vorurteile über Türken bedient: "Damit wurden die Türken verhöhnt."
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