Pressespiegel
Der Westen - Das Portal der WAZ Mediengruppe: Leo Busch: Wir haben hochinformierte Zuschauer
Dortmund. Die Privaten können kein Info-Fernsehen? Leo Busch tritt bei n-tv den Gegenbeweis an. Seit zwei Jahren verbindet sie in ihrem Talk „busch@n-tv” Fernsehen und Internet. Mit der Moderatorin sprach Jürgen Overkott.
Das Internet hat unser ganzes Leben verändert. Schreiben Sie noch Briefe?
Leo Busch: (lacht) Ja! Sogar auf schönem Papier.
Wer hat Ihre Briefe verdient?
Leo Busch: Mein Vater. Aber auch Freunde in München und in Berlin.
Wann schreiben Sie E-Mails?
Leo Busch: Im Alltag. Wenn ich schnell was klären muss. Ich benutze E-Mails inzwischen sogar als Handy-Ersatz. Dann muss ich nicht fragen: Hallo, wo bist Du, störe ich gerade? E-Mails sind vor allem dann gut, wenn ich weiß, dass die Leute ständig online sind und dann antworten, wenn sie Zeit haben.
Ständig online. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, ein neues Grundrecht zu fordern: das Grundrecht auf Nichterreichbarheit?
Leo Busch: Ich habe es mir sogar genommen.
Wo waren Sie da?
Leo Busch: Zu Hause. Eine Woche lang haben wir versucht, die Geräte – Handys und Laptops – aus zu lassen, und wir haben es geschafft.
Amerika wählt demnächst, und der Bayern-Wahlkampf ist auf der Zielgeraden angekommen. Wie hat das Internet den Wahlkampf verändert?
Leo Busch: Ich weiß es noch nicht genau. Aber es tut sich was. Am deutlichsten sehe ich diese Entwicklung im amerikanischen Wahlkampf. Bei uns ist die Entwicklung noch längst nicht soweit. Ich bin ohnehin vorsichtig bei allem, worum Rummel gemacht wird. Sehen Sie „Secound Life”. Hach, was haben Unternehmen da einen Wirbel gemacht. Wir müssen unbedingt dabei sein, hieß es da oft. Und wenn Sie sehen, wie viele Leute regelmäßig bei „Second Life” sind, dann sind es gerade mal 25 000. Aber ich glaube, das Internet wird im deutschen Wahlkampf eine wesentlich größere Rolle spielen als jetzt. Viele Internet-Seiten von Bundestagsabgeordneten könnten flotter sein.
Was bringt das Internet für die Demokratie?
Leo Busch: Na ja, wenn Sie China sehen, nicht viel. Aber in westlichen Gesellschaften ist das Internet schon eine wichtige Sache, weil die Leute direkt reagieren können.
Was hat Sie auf die Idee gebracht, das Internet als wesentliches Element in Ihrer Talkshow einzusetzen?
Leo Busch: Als Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme ist das Internet großartig. Mich fasziniert die Möglichkeit, dass die Zuschauer die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und direkt nachzufragen, wenn ihnen eine Antwort nicht ausreicht.
Das Internet bietet allerdings auch die Möglichkeit, sich hinter Spitznamen zu verstecken. Sehen Sie in der Anonymität eine Gefahr?
Leo Busch: Nö. Vielmehr habe ich die Erfahrung gemacht, wenn ich die Mails sehe und auch die Leute, die sich per Webcam zuschalten, dass wir auch hochinformierte Zuschauer haben. Dazu kommt: Wir haben einen Filter, bevor wir die Mails abbilden. Jede Mail muss vorher gelesen werden. Und noch etwas: Als ich anfing, hatte ich Sorge, welche Mails da wohl kommen würden, aber die Sorgen haben sich als unberechtigt herausgestellt. Unter all den Mails, die uns pro Sendung erreichen, sind nur zwei, drei, von denen wir sagen, die wollen wir nicht abbilden. Gut, es gibt Reizthemen wie die Integration von Ausländern, wo schon mal etwas mehr Mails dabei sind, die wir nicht darstellen wollen, aber sonst bin ich von den Reaktionen wirklich positiv überrascht.
Wie reagieren Ihre Gäste auf Ihr Konzept?
Leo Busch: Sehr gut. Vor allem die älteren Herren haben mich überrascht. Ich hatte etwas Sorge, ob sie mit dem Konzept nicht überfordert sein würden, mit den vielen wechselnden Elementen. Aber das Gegenteil war der Fall. Egal ob es Geißler war, ob es Genscher war oder Biedenkopf – sie alle haben das Studio mit leuchtenden Augen verlassen. Ich hatte zuerst Angst, ich hätte nicht kritisch genug gefragt, aber dann habe ich mir gesagt: Es geht ja gar nicht darum, mich in den Vordergrund zu stellen. Es geht vielmehr darum, einen Kontakt zwischen den Gästen und den Zuschauern herzustellen, und das ist mir offensichtlich gelungen.
busch@n-tv
Dortmund. Die Privaten können kein Info-Fernsehen? Leo Busch tritt bei n-tv den Gegenbeweis an. Seit zwei Jahren verbindet sie in ihrem Talk „busch@n-tv” Fernsehen und Internet. Mit der Moderatorin sprach Jürgen Overkott.Das Internet hat unser ganzes Leben verändert. Schreiben Sie noch Briefe?
Leo Busch: (lacht) Ja! Sogar auf schönem Papier.
Wer hat Ihre Briefe verdient?
Leo Busch: Mein Vater. Aber auch Freunde in München und in Berlin.
Wann schreiben Sie E-Mails?
Leo Busch: Im Alltag. Wenn ich schnell was klären muss. Ich benutze E-Mails inzwischen sogar als Handy-Ersatz. Dann muss ich nicht fragen: Hallo, wo bist Du, störe ich gerade? E-Mails sind vor allem dann gut, wenn ich weiß, dass die Leute ständig online sind und dann antworten, wenn sie Zeit haben.
Ständig online. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, ein neues Grundrecht zu fordern: das Grundrecht auf Nichterreichbarheit?
Leo Busch: Ich habe es mir sogar genommen.
Wo waren Sie da?
Leo Busch: Zu Hause. Eine Woche lang haben wir versucht, die Geräte – Handys und Laptops – aus zu lassen, und wir haben es geschafft.
Amerika wählt demnächst, und der Bayern-Wahlkampf ist auf der Zielgeraden angekommen. Wie hat das Internet den Wahlkampf verändert?
Leo Busch: Ich weiß es noch nicht genau. Aber es tut sich was. Am deutlichsten sehe ich diese Entwicklung im amerikanischen Wahlkampf. Bei uns ist die Entwicklung noch längst nicht soweit. Ich bin ohnehin vorsichtig bei allem, worum Rummel gemacht wird. Sehen Sie „Secound Life”. Hach, was haben Unternehmen da einen Wirbel gemacht. Wir müssen unbedingt dabei sein, hieß es da oft. Und wenn Sie sehen, wie viele Leute regelmäßig bei „Second Life” sind, dann sind es gerade mal 25 000. Aber ich glaube, das Internet wird im deutschen Wahlkampf eine wesentlich größere Rolle spielen als jetzt. Viele Internet-Seiten von Bundestagsabgeordneten könnten flotter sein.
Was bringt das Internet für die Demokratie?
Leo Busch: Na ja, wenn Sie China sehen, nicht viel. Aber in westlichen Gesellschaften ist das Internet schon eine wichtige Sache, weil die Leute direkt reagieren können.
Was hat Sie auf die Idee gebracht, das Internet als wesentliches Element in Ihrer Talkshow einzusetzen?
Leo Busch: Als Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme ist das Internet großartig. Mich fasziniert die Möglichkeit, dass die Zuschauer die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und direkt nachzufragen, wenn ihnen eine Antwort nicht ausreicht.
Das Internet bietet allerdings auch die Möglichkeit, sich hinter Spitznamen zu verstecken. Sehen Sie in der Anonymität eine Gefahr?
Leo Busch: Nö. Vielmehr habe ich die Erfahrung gemacht, wenn ich die Mails sehe und auch die Leute, die sich per Webcam zuschalten, dass wir auch hochinformierte Zuschauer haben. Dazu kommt: Wir haben einen Filter, bevor wir die Mails abbilden. Jede Mail muss vorher gelesen werden. Und noch etwas: Als ich anfing, hatte ich Sorge, welche Mails da wohl kommen würden, aber die Sorgen haben sich als unberechtigt herausgestellt. Unter all den Mails, die uns pro Sendung erreichen, sind nur zwei, drei, von denen wir sagen, die wollen wir nicht abbilden. Gut, es gibt Reizthemen wie die Integration von Ausländern, wo schon mal etwas mehr Mails dabei sind, die wir nicht darstellen wollen, aber sonst bin ich von den Reaktionen wirklich positiv überrascht.
Wie reagieren Ihre Gäste auf Ihr Konzept?
Leo Busch: Sehr gut. Vor allem die älteren Herren haben mich überrascht. Ich hatte etwas Sorge, ob sie mit dem Konzept nicht überfordert sein würden, mit den vielen wechselnden Elementen. Aber das Gegenteil war der Fall. Egal ob es Geißler war, ob es Genscher war oder Biedenkopf – sie alle haben das Studio mit leuchtenden Augen verlassen. Ich hatte zuerst Angst, ich hätte nicht kritisch genug gefragt, aber dann habe ich mir gesagt: Es geht ja gar nicht darum, mich in den Vordergrund zu stellen. Es geht vielmehr darum, einen Kontakt zwischen den Gästen und den Zuschauern herzustellen, und das ist mir offensichtlich gelungen.
busch@n-tv








