Pressespiegel
WAZ: Interview mit Peter Zwegat
Spezialist für jede Schieflage
05.09.2007
Herr Zwegat, mit der Wirtschaft geht's wieder aufwärts. Werden Sie bald arbeitslos?
Zwegat: Ganz im Gegenteil. Gegenwärtig sind 3,5 Mio Haushalte überschuldet. Mit steigender Tendenz. Rund zehn Prozent pro Jahr. Nach der Wende waren es "nur" 800 000 Haushalte in den alten und 400 000 in den neuen Ländern. Und bei einer Talkshow zum Thema gingen 27 600 Anrufe ein.
Woran liegt das?
Zwegat: Die Leute sind überfordert mit der Bewältigung ihres Alltags. Ob mit der Stromabrechnung oder Hartz IV. In welchem Kaufhaus gibt es noch fachlichen Rat? Ich kenne Büros, in denen Mitarbeiter nur noch digital kommunizieren, statt mal über den Flur zu gehen. Vielen Singles fehlt der Ansprechpartner. Beratungsstellen sind dünn besetzt. Gleichzeitig können wir uns zu Tode informieren.
Warum machen Menschen Schulden?
Zwegat: Es sind die Wechselfälle des Lebens. Ob Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung. Selbst ordentlich kalkulierende Haushalte geraten plötzlich in eine Schieflage. Auch wenn die Augen größer sind als der Geldbeutel. 2005 gingen 40 000 Betriebe pleite. Daran hängt nicht nur der Firmenwagen des Chefs, sondern zigtausende von Angestellten.
Was will Ihre Sendung?
Zwegat: Wir legen großen Wert auf Service bei gleichzeitigem Unterhaltungswert. Die alte Streitfrage: Macht Fernsehen dumm oder schlau. Ich halte es ja grundsätzlich für eine segensreiche Erfindung.
Beraten Sie gerne?
Zwegat: Unbedingt. Ich habe das Glück, dass ich vor der Kamera - mit kleinen Abweichungen - nichts anderes mache als im Büro. Der einzige Unterschied: Die Leute kommen zu mir. Aber beim Hausbesuch kann ich besser Schlüsse ziehen. Wie leben die Menschen? Haben sie Probleme, die sie lieber verstecken?
Welche Vorteile versprechen sich Ihre Protagonisten?
Zwegat: Fernsehen hat eine hohe Glaubwürdigkeit. Die Leute hoffen, dass dieser Guru schon alles richtet. Das Dilemma sehe ich aber in den Wartezeiten seriöser Beratungsstellen. Wer Pech hat, muss je nach Region ein Jahr warten.
Hilft Fernsehen beim Schuldenabbau?
Zwegat: Wenn ich bei einer Bank klingele und die weiß, draußen steht eine Kamera, lande ich nicht bei einer Sekretärin, sondern gleich beim Chef. Das geht dann schneller.
Haben Sie nach der Sendung noch Kontakt?
Zwegat: Reichlich. Dazu habe ich mich vertraglich verpflichtet. Die meisten Dinge entziehen sich ja der Kamera. Die Leute sehen nicht, dass im Hintergrund 30 Briefe geschrieben werden.
Warum machen Sie den Job?
Zwegat: Ich habe ein Herz für Schwache. Früher ging ich in Schulklassen. Jetzt erreiche ich mit einer Sendung fünf Millionen Zuschauer.
Gibt es noch andere Ziele?
Zwegat: Meine Popularität möchte ich nutzen und irgendwann die Konto-Nummer meiner Stiftung in die Kamera halten. Für Menschen in finanzieller Not, die das Geld zurückzahlen würden, wenn man ihnen welches gäbe. Mit ganz wenig kann man schon verhindern, dass der Strom abgestellt wird.
Das Interview führte Andrea Tebart. Raus aus den Schulden
05.09.2007
Herr Zwegat, mit der Wirtschaft geht's wieder aufwärts. Werden Sie bald arbeitslos?
Zwegat: Ganz im Gegenteil. Gegenwärtig sind 3,5 Mio Haushalte überschuldet. Mit steigender Tendenz. Rund zehn Prozent pro Jahr. Nach der Wende waren es "nur" 800 000 Haushalte in den alten und 400 000 in den neuen Ländern. Und bei einer Talkshow zum Thema gingen 27 600 Anrufe ein.
Woran liegt das?
Zwegat: Die Leute sind überfordert mit der Bewältigung ihres Alltags. Ob mit der Stromabrechnung oder Hartz IV. In welchem Kaufhaus gibt es noch fachlichen Rat? Ich kenne Büros, in denen Mitarbeiter nur noch digital kommunizieren, statt mal über den Flur zu gehen. Vielen Singles fehlt der Ansprechpartner. Beratungsstellen sind dünn besetzt. Gleichzeitig können wir uns zu Tode informieren.
Warum machen Menschen Schulden?
Zwegat: Es sind die Wechselfälle des Lebens. Ob Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung. Selbst ordentlich kalkulierende Haushalte geraten plötzlich in eine Schieflage. Auch wenn die Augen größer sind als der Geldbeutel. 2005 gingen 40 000 Betriebe pleite. Daran hängt nicht nur der Firmenwagen des Chefs, sondern zigtausende von Angestellten.
Was will Ihre Sendung?
Zwegat: Wir legen großen Wert auf Service bei gleichzeitigem Unterhaltungswert. Die alte Streitfrage: Macht Fernsehen dumm oder schlau. Ich halte es ja grundsätzlich für eine segensreiche Erfindung.
Beraten Sie gerne?
Zwegat: Unbedingt. Ich habe das Glück, dass ich vor der Kamera - mit kleinen Abweichungen - nichts anderes mache als im Büro. Der einzige Unterschied: Die Leute kommen zu mir. Aber beim Hausbesuch kann ich besser Schlüsse ziehen. Wie leben die Menschen? Haben sie Probleme, die sie lieber verstecken?
Welche Vorteile versprechen sich Ihre Protagonisten?
Zwegat: Fernsehen hat eine hohe Glaubwürdigkeit. Die Leute hoffen, dass dieser Guru schon alles richtet. Das Dilemma sehe ich aber in den Wartezeiten seriöser Beratungsstellen. Wer Pech hat, muss je nach Region ein Jahr warten.
Hilft Fernsehen beim Schuldenabbau?
Zwegat: Wenn ich bei einer Bank klingele und die weiß, draußen steht eine Kamera, lande ich nicht bei einer Sekretärin, sondern gleich beim Chef. Das geht dann schneller.
Haben Sie nach der Sendung noch Kontakt?
Zwegat: Reichlich. Dazu habe ich mich vertraglich verpflichtet. Die meisten Dinge entziehen sich ja der Kamera. Die Leute sehen nicht, dass im Hintergrund 30 Briefe geschrieben werden.
Warum machen Sie den Job?
Zwegat: Ich habe ein Herz für Schwache. Früher ging ich in Schulklassen. Jetzt erreiche ich mit einer Sendung fünf Millionen Zuschauer.
Gibt es noch andere Ziele?
Zwegat: Meine Popularität möchte ich nutzen und irgendwann die Konto-Nummer meiner Stiftung in die Kamera halten. Für Menschen in finanzieller Not, die das Geld zurückzahlen würden, wenn man ihnen welches gäbe. Mit ganz wenig kann man schon verhindern, dass der Strom abgestellt wird.
Das Interview führte Andrea Tebart. Raus aus den Schulden








